Benno ist ein begeisterter Kletterer – ob in der Box an den Gitterstäben oder beim Erklimmen der eisernen Tore unter der Schlossbrücke.
Benno ist ein begeisterter Kletterer – ob in der Box an den Gitterstäben oder beim Erklimmen der eisernen Tore unter der Schlossbrücke. LRA

Benno will immer hoch hinaus

Torgau (TZ/cw). Nun gut, eine lange Halbwertzeit hatten Experten den Weidezäunen im Kleinen Bärengraben ohnehin nicht eingeräumt. Gestern früh war‘s dann soweit: Die beiden Bärenpflegerinnen Angela Mierau-Fausack und Gabriele Mierau entfernten einen der beiden Zäune, der eigentlich die Botanik auf der Schlossseite vor allzu übermächtiger Bärenenergie schützen sollte.

Doch Benno hatte am Abend zuvor einen Pfosten derart bearbeitet, dass letztlich nichts weiter übrig blieb.

Die beiden neuen Bären sind innerhalb kürzester Zeit zu regelrechten Publikumsmagneten geworden. „Amtlich bestätigt“ wurde dies gestern auch durch Bürgerpolizist Maik Weber, der bei seiner morgendlichen Kontrollrunde durch die Innenstadt natürlich auch einen Blick in den Bärengraben warf. Dort war freilich nur Jette unterwegs, denn Benno und Bea drehen hier erst ab 12 Uhr ihre Runden. Doch was heißt Rundendrehen? Die beiden Petze sind äußerst agil, nutzen das Wasserbecken innerhalb der kurzen Eingewöhnungsphase schon für ausgiebige Abkühleinheiten. Und noch eines fällt vielen Besuchern bei ein wenig Glück sofort ins Auge: Benno hat sich zu einem richtigen Bergsteiger entwickelt. Ob in der Box an den Gitterstäben oder draußen unter den drei Torbögen – Benno liebt die Höhenluft. Bis zu einer Viertelstunde genehmigt er sich während seiner fünf bis sechs täglichen Klettertouren auf dem Hochstand. Seine schon knapp 180 Kilogramm wuchtet er dabei ohne Probleme in gut drei Meter Höhe, um dort auf einem steinernen Vorsprung von nur wenigen Zentimetern auszuharren. Mit den Pfoten hält er sich dabei geschickt an den Gitterstäben sicher fest.

Alles in allem scheinen die beiden Neuen den Trubel um sie herum zu genießen. Den Abschied von ihrer Mama hat das Geschwisterpärchen gut verkraftet. Nun geht‘s unter anderem daran, „Tischmanieren“ zu erlernen. Denn Nudelsuppe einfach so aufzuschlecken ist gar nicht so einfach – vor allem nicht, weil diese Spezialität in der alten Heimat nicht auf der Speisekarte stand. Doch auch diesen Kniff hat Bea so langsam raus. Vor allem, weil ihr Brüderchen in allem etwas forscher zur Sache geht und bei fast allem den Vorturner mimt.

Die neuen Petze halten Angela Mierau- Fausack und Gabriele Mierau jedenfalls mächtig auf Trab. Deren Ziel ist es, Benno, Bea und Altbärin Jette so schnell wie möglich aneinander zu gewöhnen. Dann wäre auch der Weg zur Öffnung des Großen Bärengrabens frei. Über den Tod von Quistel sind die beiden zwar immer noch nicht in Gänze hinweg, doch die Arbeit mit dem Bärentrio hilft ungemein, die Trauer zu verarbeiten.

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