Quistel war die erste im neuen „Wohnzimmer".
Quistel war die erste im neuen „Wohnzimmer". TZ/Jack

Offizielle Einweihung des Kleinen Bärengrabens

TORGAU (TZ). Die Aufregung stand ihnen ins Gesicht geschrieben, den beiden Bärenpflegerinnen Gabriele Mierau und Angela Mierau-Fausack. Wochenlang hatten sie versucht, die Bärendamen Jette und Quistel auf den Tag der offiziellen Einweihung des neuen kleinen Bärengrabens und damit ihren Umzug in das neue Gehege und die neuen Stallungen, vorzubereiten.

Letztendlich zog zunächst nur eine der Bärinnen um – Quistel. Sie auf die andere, die neue Seite des Bärengrabens zu locken, war leicht. In den neuen Stall aber wollte die Bärin erst einmal nicht. Statt dessen erkundete sie das neue Gehege ausgiebig, ging auch kurzzeitig baden und machte es sich schließlich unter der Schlossbrücke im Schatten gemütlich. „Sie ist aufgeregt. Hier sind so viele fremde Stimmen. Alles ist neu“, begründete Angela Mierau-Fausack die Reaktion der Bärin, die sonst als die ruhigere und ausgeglichenere gilt, gestern dann aber doch recht aufgewühlt wirkte.

Eher zufrieden und glücklich zeigten sich dagegen die Gäste der offiziellen Bärengraben-Einweihung eine Etage über diesem. Landrat Michael Czupalla sprach von einem spannenden Tag, Oberbürgermeisterin Andrea Staude gar von einer gefühlten Ewigkeit, die mit dem gestrigen Tag zu Ende ging. Vor mehr als zehn Jahre hatten die Torgauer die geplante Sanierung des Bärengrabens erstmals ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Nun konnte der erste Bauabschnitt vollendet werden. „Wir sind glücklich, dass der erste Bauabschnitt fertig ist. Schließlich haben wir acht Jahre genau darauf hingearbeitet. Jetzt sehen die Bürger auch, wohin das Geld geflossen ist, das sie in den vergangenen Jahren spendeten“, erklärte Benno Kittler, seines Zeichens Vorsitzender der Torgauer Bärenstiftung. Gleichzeitig bedankte er sich bei allen, die finanziell, aber auch ideell dazu beigetragen haben, dass dieser erste Schritt gegangen werden konnte. Sie alle haben sich als Wegsucher und nicht als Hürdenfinder erwiesen“, so Benno Kittler.

Grundlage für diesen erfolgreichen Schritt war die Förderzusage der Sächsischen Aufbaubank, die der Stadt Torgau im August 2012 ins Haus flatterte. Im November 2013 ist dann mit der Sanierung des kleinen Bärengrabens begonnen worden. „Ziel war es, eine Anlage zu schaffen, in der die Bären optimale Lebensbedingungen vorfinden und das ist gelungen“, sagte Landrat Michael Czupalla zu Beginn der Zeremonie. Ausdrücklich hob der Landrat das Engagement der Stadt Torgau und ihrer Oberbürgermeisterin Andrea Staude sowie der bei der Eröffnung durch ihren Vorstandsvorsitzenden Benno Kittler vertretenen Torgauer Bärenstiftung hervor.
Reichlich 250 000 Euro sind in den vergangenen Monaten in diesen ersten Bauabschnitt geflossen. Im zweiten Schritt sind nun der Abbruch und Neubau des Bärenhauses und die Sanierung eines Teilbereiches der Stadtmauer vorgesehen. „Danach wird bis April 2015 der große Bärengraben saniert“, stellte Landrat Michael Czupalla im Rahmen der gestrigen Eröffnung in Aussicht. Mit dem Umzug der beiden Bärendamen Quistel und Jette – sie folgt in kürze der Schwester – wird die erforderliche Baufreiheit für die besagten Bauabschnitte zwei und drei geschaffen.

Das alles interessierte Bärin Quistel nicht mehr. Nach ihrem ausführlichen Rundgang im neuen Gehege, begab sie sich am späten Nachmittag dann doch noch in den neuen Stall und legte sich dort nach der ganze Aufregung zur Ruhe.

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