Holzbären wollen Torgaus Petze helfen

Kuno Pötzsch aus Audenhain versteigert zwei per Kettensäge geschnitzte Bären

Audenhain (TZ/JL). Was als Idee für einen Aprilscherz begann, soll am Sonntag nun Wirklichkeit werden. Kuno Pötzsch aus Audenhain ist nicht nur Besitzer eines 1000 Hektar großen Wildtiergeheges, er hat auch zwei ganz besondere Wächter vor seiner „Ranch“. Nicht etwa riesige Hunde bewachen sein Rot-, Dam- und Muffelwild, sondern hölzerne Bären.

Nicht nur das Wildtiergehege ist einen Besuch wert, auch das Haus, an dem Pötzsch derzeit arbeitet, ist einen Besuch wert. „Das Haus soll später einmal eine Kochschule werden.
Besagte Holzverzierungen wurden von Marcus Scholz, von allen „Locke“ genannt, hergestellt. Der 25-Jährige ist gelernter Tischlermeister und durch seine Mutter auf die Kettensägenkunst gebracht worden. Die wollte unbedingt Pilze aus Holz für ihren Garten, welche „Locke“ natürlich herstellte. Aus den Pilzen wurden irgendwann geschnitzte Tiere, die heute in seinem Geschäft in Blumberg verkauft werden.

Im März dieses Jahres hatte Pötzsch dann aber eine ganz neue Aufgabe für „Locke“. Er wollte zwei Bären geschnitzt haben, um sie zugunsten der echten Bären in Torgau gewinnbringend zu versteigern. „Locke“ war begeistert von der Idee und vollbrachte mit seiner Kettensäge ein wahres Kunstwerk. „Momentan stehen die zwei Bären vor meinem Wildgehege. Sie haben eine schöne Hütte, damit sie auch vor Wind und Wetter geschützt sind. Die beiden sind wirklich fleißig und passen auf, dass niemand unbefugt auf das Grundstück tritt.“
Am Sonntag, dem 10.4., will sich Kuno Pötzsch allerdings von Meister Petz und dessen Frau trennen. In der Zeit von 10 bis 12 Uhr findet die etwas andere Auktion in Audenhain im Wildtiergehege statt. Es wird auch Kostproben von auf dem Hof produzierter Wurst und Schinken geben. Bärenliebhaber Pötzsch ist sehr zuversichtlich, was die Besucherzahlen angeht „Ich denke schon, dass es die Leute interessiert und dass ich viele Gäste haben werde. Es geht hier ja auch um einen wohltätigen Zweck, allein dafür lohnt es sich zu kommen.“
Das Mindestgebot pro Bär liegt übrigens bei 100 Euro, der oder die neuen Besitzer soll ihnen auch endlich einen Namen geben. „Ich habe noch gar nicht darüber nachgedacht, dass die beiden ja einen Namen brauchen. Das kann der neue Besitzer dann entscheiden, wie er seinen Bären nennt.“ Neben Kostproben von selbst produzierten Fleischwaren und der Auktion erwartet die Besucher auch noch ein Schau-Sägen von „Locke“. Er will sein Können auch vor Publikum präsentieren und mit seinen Fähigkeiten überzeugen. „Nicht nur die Bären und mein Hof werden von der Auktion profitieren. Auch ,Locke‘ wird damit sicher neue Kunden gewinnen können. Die hat er auch verdient, er macht seine Sache wirklich großartig“, lobt Pötzsch den Kettensägenkünstler.
Die Aktion am Sonntag sieht Kuno Pötzsch als Probelauf für kommende Jahre. Wenn die Auktion gut besucht ist, würde er gern eine alljährliche Veranstaltung zugunsten der Torgauer Bären ins Leben rufen. Jedes Jahr kann so Geld gesammelt werden, was den Tieren zugutekommt.

Meister Petz und seine Frau würde es sicherlich nicht stören, noch eine Weile am Wildgehege Wache zu stehen, aber über einen neuen Besitzer, dessen Grundstück sie hüten können, wären sie mit Sicherheit noch glücklicher. „Sie sind wirklich einmalig schön. So was wie die beiden gibt es kein zweites Mal. Am besten, die Leute kommen am 10. April selbst vorbei und machen sich ein Bild. Dann werden sie sehen, dass sie ihr Geld auf jeden Fall wert sind. ,Locke‘ hat ganze Arbeit geleistet und sehr auf die Details geachtet“, meint Kuno Pötzsch.

Foto: Josie Leopold

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