Die bärige Zukunft ist sicher

Bekenntnis zur Bärenhaltung beim 2. Bärenplausch der Torgauer Zeitung / Zeitschiene ist abgesteckt

Torgau (TZ). Ein Höhepunkt zum Frühlingsfest „Torgau blüht auf“ am 5. April war zweifellos der 2. Bärenplausch auf dem Marktplatz. Am TZ-Pavillon, wo passend zum Thema Plinsen zugunsten der Bärenstiftung gebacken wurden, standen Moderator Thomas Stöber prominente Gäste Rede und Antwort: Landrat Michael Czupalla, Oberbürgermeisterin Andrea Staude, die Bärenpflegerinnen Gabriele Mierau und Angela Mierau-Fausack, der Vorstand der Raiffeisenbank Torgau Guido Jüttner sowie der Torgauer Goldschmiedemeister Dietmar Schroetel. Landrat Michael Czupalla konnte berichten, dass am 14. April die Entscheidung fällt, ob die Maßnahmen, die der Kreistag im Konjunkturpaket II auf den Weg gebracht hat, auch so verwirklicht werden können. Ein beträchtlicher Anteil der finanziellen Mittel soll für Schloss Hartenfels Verwendung finden.

Zeitlicher Ausblick
„Wir hoffen sehr auf Bestätigung der Mittel für den Flügel E als Voraussetzung für die Sanierung des Bärengrabens. Erfolgt diese, muss die Baumaßnahme bekanntlich bis Ende 2010 verwirklicht sein“, gab Czupalla einen zeitlichen Ausblick. Der Landrat wertete es als ein gutes Omen, dass die Sächsische Aufbaubank Anfang Mai vor Ort ein Büro beziehen wird, um unter anderem die Verwendung der Konjunkturmittel für Schloss Hartenfels im Focus zu behalten. Andrea Staude erklärte, dass die finanziellen Mittel für die anschließende Sanierung des Geheges in Höhe von insgesamt 900 000 Euro gesichert seien. Die Maßnahme würde zu 80 Prozent gefördert, so dass für Torgau ein Eigenanteil von etwa 180 000 Euro bliebe, der im Haushalt eingestellt sei. Rund 12 000 Euro wurden zudem bereits für die Sanierung gespendet. Staude forderte dazu auf, in der Spendenfreudigkeit nicht nachzulassen, weil Baumaßnahmen an alten Gebäuden fast immer unerwartete Mehrkosten nach sich ziehen.

Erträge und Kosten
Einen Überblick über die Finanzen der Torgauer Bärenstiftung gab Guido Jüttner. Das Stiftungskapital beträgt zurzeit 136 433,51 Euro. Das Geld werde verzinslich und rentierlich angelegt, und habe bereits 2008 einen Betrag in Höhe von 5980 Euro eingebracht. Die Erträge der Bärenstiftung sollen nach der Sanierung einen Teil der laufenden Kosten der Bärenhaltung tragen. Zur Zeit stehen den Bärenpflegerinnen rund 7000 Euro für Futter et cetera zur Verfügung. Oberbürgermeisterin Staude machte aber darauf aufmerksam, dass derzeit in vielen verschiedenen Konten weitere laufende Kosten verankert sind, zum Beispiel für Instandhaltung und Personal. Die Bärenstiftung braucht noch weitere Zustiftungen, wenn sie aus den Erträgen einen möglichst großen Teil der laufenden Kosten tragen soll.

Bestandserneuerung
Einen nächsten Fragenkomplex widmete Moderator Thomas Stöber der Bestandserneuerung. Die Bärenpflegerinnen machten deutlich, dass Quistel und Jette als Zuchttiere natürlich nicht mehr in Frage kommen. Auch würde ein „Bärenvater“ von den dominanten Bärinnen im Gehege nicht geduldet werden. Man habe aber sehr gute Kontakte innerhalb Deutschlands und auch in die Schweiz, wo besonders reinrassige Bärenkinder zu erwerben wären. Darüber nachdenken könne man jedoch frühestens 2012 beziehungsweise 2013, rechnete Andrea Staude vor, denn beide Seiten des Bärengrabens müssen komplett fertig gestellt sein, um eventuell gleichzeitig die beiden alten und zusätzlich junge Bären halten zu können.

Ehrungen für Spender
Gegen Ende des Bärenplauschs schilderte Goldschmiedemeister Dietmar Schroetel den Torgauern seine Idee, besonders engagierte Bärenfreunde zu ehren. Er sei von Anbeginn beeindruckt davon gewesen, wie die Region für den dauerhaften Erhalt der Bärenanlage kämpfe. Dietmar Schroetel wird deshalb jährlich ein bis zwei handzisilierte Bärentatzen aus massivem Gold in einem Wert von etwa 200 Euro zur Verfügung stellen, um herausragende Einzelpersonen auszuzeichnen. Die erste goldene Bärentatze hatte im vergangenen Jahr der Initiator der Torgauer Bärenstiftung und deren Vorstandsvorsitzender Benno Kittler erhalten. Weitere Vorschläge erwarte Dietmar Schroetel nun aus Vorstand und Kuratorium der Stiftung beziehungsweise der Stadtverwaltung. Die Frage, ob man die goldenen Tatzen auch zum Verkauf anbieten könnte, verneinte der Goldschmiedemeister. Jede kleine goldene Tatze sei ein Unikat und sollte eine nicht käufliche Ehrung bleiben. Über eine Vervielfältigung silberner Tatzen könnte man aber vielleicht reden. Zum Schluss des sehr kurzweiligen Bärenplauschs erhielten weitere 22 Spender ihre Spenderurkunden.

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