Ein klares „Ja“ für unsere Bären

TZ-Bärentalk im Rahmen des Frühlingsfestes demonstrierte den festen Willen
zum Erhalt der „tierischen“ Torgauer Tradition

Torgau (TZ/ug). „Das war richtig unterhaltsam und interessant“, sprach am Ende eine Zuschauerin aus, was sicher viele der überaus zahlreichen Gäste des ersten Bärentalk gestern dachten. Und das Schönste: Alle am Bärenplausch Beteiligten positionierten sich eindeutig, alles für die Erhaltung der Tradition zu tun. Chefredakteur Thomas Stöber als Moderator ließ Bürgermeisterin Andrea Staude zuerst zu Wort kommen, die das Ziel der Erneuerung des Bärengrabens klar umriss:?„Es geht uns nicht nur um eine schönere Optik, sondern vor allem um artgerechte Haltung.“

Der mit der Vorplanung beauftragte Architekt Michael Schubach pflichte ihr bei, dass die derzeitige Anlage nicht den Anforderungen genüge.

Das bestätigten auch die Bärenpflegerinnen Gabriele Mierau und Angela Mierau-Fausack, deren größter Traum es ist, einmal einen kleinen Bären auf den Arm nehmen zu können. Eine Zucht lehnten sie ab, doch nach der Sanierung könnte man vier kleine Bären, drei weibliche und ein männliches Tier anschaffen. Als Dank könnte der kleine „Mann“ den Vornamen des Vorsitzenden der Bärenstiftung tragen, ein Gedanke, der dem Publikum gefiel. Und wenn „Benno“ und die drei Damen erwachsen würden, könnte die „Pille“ dafür sorgen, dass sich nicht ungewollt Nachwuchs einstellt.

Bis dahin aber sei es noch ein gutes Stück Weg, machte der stellvertretende Landrat Thilo Wolff klar. Der Landkreis stehe grundsätzlich zu seinem Beschluss des Fortbestands der Bärenhaltung. Und auch der neue Landkreis müsse sich an den Beschluss halten. „Jeder neue Landrat und jeder neue Kreisrat ist gut beraten, wenn er sich zur Torgauer Bärentradition bekennt“, so Thilo Wolff, der anhaltendes persönliches Engagement ankündigte, gleich, in welcher Funktion er sich nach der Reform befinde. Wie er, argumentierten auch andere Plausch-Gäste damit, dass die Bärenhaltung unserer schönen Renaissancestadt ein Stück Einmaligkeit und Austrahlung verleiht. AVANCIS-Geschäftsführer Hartmut Fischer, zugleich Vorsitzender des Kuratoriums der Bärenstiftung: „Es sind die vielen kleinen Dinge, die eine Stadt wie Torgau so attraktiv machen, da zählen die Bären unbedingt dazu.“ Weitere Unterstützung sicherten auch Dieter Mittag für die Torgauer Geharnischten und für den Initiativkreis Schloss Hartenfels sowie Guido Jüttner, Vorstand der Raiffeisenbank Torgau und Stifter, zu. Bürgermeisterin Staude informierte, dass ein kürzlicher Besuch beim Innenminister von Erfolg gekrönt war. Die Sanierung des Bärengrabens wird ins Programm der städtebaulichen Förderung aufgenommen. Nach „ganz groben Schätzungen“ werde das Gesamtprojekt 1,6 Mio. Euro in Anspruch nehmen, so Thilo Wolff. Zunächst müsse der unbewohnte Teil des Bärengrabens saniert werden. Nach dem Umzug der Bären, könnte dann das alte Bärenhaus an der Stadtmauer abgerissen und unter denkmalschützerischen Gesichtspunkten neu aufgebaut werden. Viel Beifall gab es am Ende für Thomas Stöbers optimistische Zielstellung, dies alles bis 2012 zu schaffen.

Foto: TZ/Gutzeit

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