Sollen die Bären in Torgau bleiben? Was unsere Politiker dazu zu sagen haben

Robert Schöpp, Landrat

»Der Kreistag des Landkreises Torgau-Oschatz hat sich (...) grundsätzlich für die Erhaltung der Bären (einschließlich der Anschaffung von Jungbären) bei artgerechter Haltung ausgesprochen.« Robert Schöpp

Der Landkreis Torgau-Oschatz ist bisher immer im Rahmen der Freiwilligkeitsaufgaben für die Bärenhaltung im Schloss Hartenfels, trotz angespannter Haushaltssituation, ein zuverlässiger Partner für die Stadt Torgau und deren Besucher gewesen. Diese Feststellung belegt, dass sowohl der Kreistag, der Landrat als auch die Landkreisverwaltung insgesamt für das besondere Verhältnis der Torgauer zu ihren Bären sehr viel Verständnis aufbringen.

 Der Kreistag des Landkreises Torgau-Oschatz hat sich in der Kreistagssitzung am 15. Mai 2007 grundsätzlich für die Erhaltung der Bären (einschließlich der Anschaffung von Jungbären) bei artgerechter Haltung ausgesprochen.

Gemeinsam mit der Stadt Torgau wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Im Rahmen der Arbeitsgruppe wird eine konkrete Aufgabenstellung formuliert, um eine entsprechende Vorplanung für anstehende Sanierungsmaßnahmen der Bärengehege von einem geeigneten Planungsbüro erarbeiten zu lassen. Erst hieraus wird sich ableiten lassen, was am und im Bärengraben geändert werden müsste, um den Bären eine angemessene und artgerechte Heimstatt zu gewährleisten. Dafür muss zunächst mit der Stadt Torgau die Finanzierung der Vorplanung gesichert werden.

Auf der Grundlage der Vorplanung werden dann die weiteren Arbeitsaufgaben nach Einordnung in die Haushaltspläne der Stadt Torgau und des Landkreises Torgau-Oschatz abschnittsweise erfolgen und auch ein Zeitplan für die Realisierung der Sanierungsmaßnahmen kann dann aufgestellt werden. Er ist abhängig von der Höhe der Investition und der Möglichkeit der Bereitstellung der finanziellen Mittel durch die Stadt Torgau

 Andrea Staude, Bürgermeisterin der Stadt Torgau

»Wenn die Sanierung beendet ist, sind sicherlich die quicklebendigen Jungbären nicht weit enfernt. « Andrea Staude

SWB: In und um Torgau nehmen die Menschen jedes Alters regen Anteil am  Schicksal der Bären. Haben Sie Verständnis für dieses  besondere Liebesverhältnis zwischen den Menschen und ihren Torgauer Bären? 
Andrea Staude:
Natürlich, wie jedem anderen Torgauer auch, liegen mir die Bären sehr am Herzen. Schließlich gehören die Bären zu Torgau wie die Luft zum Atmen!   

Wie sind Sie mit der Unterstützung aus dem  Landratsamt  für das  Projekt „Bärengrabensanierung“  zufrieden?
Im Frühjahr hatte ich an Landrat Schöpp einen Brief geschrieben und um die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe gebeten, damit wir die bisherigen Initiativen zur Sanierung beschleunigen und besser koordinieren können. Darauf hin gab es den Kreistagsbeschluss am 15. Mai für den Erhalt der Torgauer Bären. Am 21. Juni 2007 folgte ein konstruktives Gespräch zwischen Landrat Schöpp und mir u.a. zum Thema Bärengraben.

Was sollte oder müsste sich am und im Bärengraben ändern, um Meister Petz eine ihm angemessene  Heimstatt zu gewährleisten?
Durch die Arbeitsgruppe wird demnächst eine konkrete Aufgabenstellung formuliert. Mit dieser Aufgabenstellung wird dann ein Planungsbüro eine entsprechende Vorplanung mit konkreten Sanierungsmaßnahmen des Bärengeheges erarbeiten. Berücksichtigung finden natürlich die Mindestbedingungen für eine angemessene und artgerechte Haltung.

Sind für die Baumaßnahmen ausreichend  finanzielle Mittel vorhanden, wenn nicht, woher sollten die Mittel kommen? 
Die finanziellen Mittel zur Sanierung müssen sowohl von der Stadt als auch vom Landratsamt bereitgestellt werden. Vonseiten der Stadt haben wir zunächst in die mittelfristige Planung für die Gesamtmaßnahme 450000 Euro aufgenommen. Die Fördermittel sind im SDP-Programm (Sädtebaulicher Denkmalschutz) eingeplant. Im bereits erwähnten Gespräch machte der Landrat auch deutlich, dass der Eigenanteil des Landratsamtes für die Sanierung aufgrund der derzeitigen Haushaltslage sehr fraglich ist. Aus diesem Grund ist es notwendig, mittels weiterer öffentlichkeitswirksamer Aktionen Geld für die Sanierung des Bärengrabens zu sammeln. Diese Gelder werden dann die Eigenmittel ersetzen. In diesem Zusammenhang möchte ich die Leser des SonntagsWochenBlattes aufrufen, für die Sanierung des Bärengrabens zu spenden (Anmerkung: Stadtverwaltung Torgau; Kto-Nr. 2210007782; BLZ 86055592 – Sparkasse Leipzig). Als Verwendungszweck geben Sie bitte das Stichwort „Bärengraben“ an. Die Gelder werden zu 100 % für die Sanierung des Bärengrabens verwendet!   

Zu welchem Zeitpunkt könnten  sich, nach entsprechendem Gutachten, die Hoffnungen der Torgauer und ihrer Gäste  auf einen sanierten Bärengraben mit quicklebendigen Jungbären erfüllen?
Das sind 2 Wünsche auf einmal! Den Zeitpunkt eines sanierten Bärengrabens kann ich jetzt noch nicht konkret festlegen. Dieser ist, wie schon gesagt, abhängig von den konkreten Sanierungsmaßnahmen und der Bereitstellung der dafür notwendigen finanziellen Mittel.  
Wenn die Sanierung beendet ist, sind sicherlich die quicklebendigen Jungbären nicht weit enfernt.

Gespräch: Richard Gosemann     

 Ulrich Niekler, Freie Wählergemeinschaft

»Was ein Knut in Berlin kann, könnte auch für Torgau nachhaltig ein Anziehungspunkt für die Stadt sein. « Ulrich Niekler, Freie Wählergemeinschaft

Die Fraktion der Freien Wähler wird sich für dieses Vorhaben einsetzen und es auch unterstützen. Das Bärengehege als eine touristische Attraktion für Schloss Hartenfels und die Stadt Torgau muss wieder in einem gepflegten Zustand für die Einwohner der Kreisstadt und Gäste zu einem Hingucker werden.

Besonders werden wir die Anschaffung junger Braunbären befürworten, denn was ein Knut in Berlin kann, könnte auch für Torgau nachhaltig ein Anziehungspunkt für die Stadt sein.

 Michael Sehrt, Die Linke

»Wichtig ist, dass das Landratsamt und die Stadtverwaltung sehr eng und schnell zusammenarbeiten. « Michael Sehrt, Die Linke

„Die Entscheidung fiel mir als Torgauer einfach. Torgau braucht die Bären. Ob als Anziehungsmagneten für Touristen oder als eine Identifikation unserer BürgerInnen mit ihrer Heimatstadt. Ich kenne schon von Kindesbeinen an Torgau nur mit Bären und finde es schade, dass unsere Kinder es nicht mehr kennen, dass es jedes Jahr ein Gehege mit Kleinbären im Schlosshof gibt. 

Wichtig ist, dass das Landratsamt und die Stadtverwaltung sehr eng und schnell zusammenarbeiten. Torgau verliert sonst ein Alleinstellungsmerkmal wie das der Begegnungsstadt, um das uns viele Städte beneiden.

 

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