Prost! Gabriele Mierau, Heide Grieser, Angela Mierau und Melanie Tennhardt stoßen auf den (halben) Generationswechsel in der Torgauer Bärenpflege an.
Prost! Gabriele Mierau, Heide Grieser, Angela Mierau und Melanie Tennhardt stoßen auf den (halben) Generationswechsel in der Torgauer Bärenpflege an.

Angela, Adé

Torgau. Mit viel warmen Worten, zahlreichen Geschenken und auch der einen oder anderen Träne wurde die ehemalige Bärenpflegerin Angela Mierau im Schlosscafé offiziell verabschiedet.

Es war ein Abschied, wie er rührender kaum sein konnte. Angela Mierau steht auf der Schlossbrücke, senkt ihren Blick nach unten und winkt. Unten sitzen die drei Bären, ihre drei Lieblinge, um welche sie sich seit 24 Jahren gekümmert hat, und tollen herum. Dabei rinnt der 63-jährigen eine kleine Träne der Rührung direkt über die Wange und fällt herunter in den Bärengraben, in welchem sie dutzende und hunderte Arbeitsstunden zugebracht hat. Zwar ist die ehemalige Bärenpflegerin erst ab Ende August offiziell im Ruhestand, verabschiedet wurde sie jedoch jetzt schon, am gestrigen Mittwoch.

Mit lachendem und weinendem Auge

„Ich gehe hier heute mit einem weinenden und einem lachenden Auge heraus“, sagte die 63-Jährige. „Klar, es ist schön, jetzt etwas mehr Zeit für mich zu haben, aber meine drei Petze werden mir schon fehlen.“ Doch als ihr Blick zur ihrer Ehefrau Gabriele, welche etwas abseits steht, wandert, wird klar, Angela Mierau weiß ihre drei pelzigen Schätze in guten Händen.

Ihre ehemalige Kollegin und Lebensgefährtin hat noch fünfeinhalb Jahre bis zu ihrem Ruhestand und in denen wird sie sich mit all ihren Kräften um das Wohl von Bea, Benno und Jette kümmern. Dafür hat sie ja auch ganz frische Verstärkung. Heide Grieser und Melanie Tennhardt heißen die beiden jungen Frauen, welche zukünftig an Gabriele Mieraus Seite arbeiten und ihr das Leben hoffentlich leichter machen werden.

„Am Anfang wird es erstmal schwierig“, weiß Gabriele Mierau. „Angela und ich, wir waren einfach ein eingespieltes Team und haben perfekt mit- und nebeneinander gearbeitet. Das habe ich mit den neuen Kollegen noch nicht.“
In den ersten paar Wochen und Monaten wird erst einmal absolute Kontrolle in den Bärenställen vorherrschen, Gabriele Mierau möchte keine Unglücke riskieren. „Sicherheit ist bei der Arbeit mit den Bären das oberste Gebot. In der Anfangszeit werde ich noch alles, was die neuen Kolleginnen machen, kontrollieren, um genau diese Sicherheit zu gewährleisten.“

Ein Faktor, welcher dem neuen Bärenpflegerinnen-Team dabei in die Hände spielt, ist die im späten Herbst anstehende Winterruhe von Trogaus pelzigen Maskottchen, welche auch für deren Betreuer eine etwas ruhigere Zeit bedeutet. „Da kann ich meine beiden neuen Kolleginnen dann hoffentlich gut einarbeiten, sodass wir dann im Frühjahr, wenn die Bären wieder aus der Winterruhe erwachen, als ein eingespieltes Team loslegen können.“

Auch für Stifter ein schwerer Abschied

Doch nicht nur Gabriele Mierau fiel der Abschied von ihrer ehemaligen Mit-Pflegerin und Ehefrau schwer, auch einigen der Bärenstiftern, welche zur Verabschiedung im Schlosscafé erschienen waren, stieg die eine andere Träne in die Augen. „Was wir hier mit unseren Bären geschafft haben, das muss uns erst einmal jemand nachmachen“, sagte Benno Kittler stolz und gerührt in seiner Abschiedsrede für Angela Mierau. „Wenn ich mich so zurückerinnere, dann sind das sind das Erinnerungen an eine tolle Zusammenarbeit und tolle Aktivitäten, welche nicht nur dem Landratsamt und dem Schloss, sondern auch der Stadt Torgau wahnsinnig viel gebracht. Wir als Bärenstiftung können so viel Spenden sammeln wie wir wollen, am Ende sind es jedoch die Bärenpflegerinnen, die sich Tag für Tag um unsere gelibten Petze kümmern und dafür will ich mich recht herzlich bedanken.“

Und um dieser Dankbarkeit genügend Nachdruck zu verleihen, übergab Benno Kittler im Namen der Bärenstiftung Angela Mierau nicht nur eine Urkunde, sondern auch eine goldene Bärentatze, welche extra von einem Goldschmied für diesen Anlass angefertigt worden war. „Die hat also nicht nur einen ideellen Wert“, fügte Kittler schmunzelnd hinzu.

Auch Renate Mühlner, ihres Zeichens ebenfalls Bärenstifterin, schloss sich den Glückwünschen an und stellte ihrerseits noch fest: Manchmal ist es wirklich leichter, für die Bären zu sammeln als für Kinder- und Jugendarbeit. Die Menschen hier in Torgau identifizieren sich dermaßen mit Bea, Benno und Jette, das ist wirklich toll.“ Und bevor es dann tatsächlich zum ausgelassenen Teil des Vormittags ging und das Buffet eröffnet wurde, sprach Bärenstifter Axel Klobe noch die Worte aus, welche Angela Mieraus Zukunft wohl am besten zusammenfassen. „Heute geben sie hier nur die Verantwortung ab, nicht aber ihre Liebe und ihre Leidenschaft.“

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