So sehen zufriedene Bärenpflegrinnen aus. Gabriela MIerau (M.) ist froh, dass sich ihre Nachfolgerinnen Melanie Tennhardt (l.) und Heide Grieser nach so kurzer Zeit bereits so gut eingearbeitet haben. Beide lieben die Arbeit mit den Bären und genießen jede Minute mit den Petzen.
So sehen zufriedene Bärenpflegrinnen aus. Gabriela MIerau (M.) ist froh, dass sich ihre Nachfolgerinnen Melanie Tennhardt (l.) und Heide Grieser nach so kurzer Zeit bereits so gut eingearbeitet haben. Beide lieben die Arbeit mit den Bären und genießen jede Minute mit den Petzen. TZ/E. Jack

„Melanie und Heide schaffen das“

Neue Bärenpflegerinnen haben sich gut eingearbeitet / Gabriele Mierau zufrieden mit den Kolleginnen

Torgau (ej). Putzmunter sind zumindest Benno und Bea aktuell noch. „Jette könte manchmal schon drin bleiben und die Winterruhe antreten. Aber wir wollen das gute Wetter noch ein wenig nutzen“, sagt Bärenpflegerin Gabriele Mierau und ihre beiden neuen Kolleginnen pflichten ihr bei.

Die beiden jungen Petze haben noch keine richtige Lust, die Winterruhe anzutreten. Dafür ist es einfach noch zu sonnig und zu warm. Allerdings wird ihr Ausgang doch schon ein wenig eingeschränkt. Während sie normalerweise täglich acht bis zehn Stunden an der frischen Luft im Bärengraben verbringen, sind es inzwischen nur noch vier. Im vergangenen Jahr um diese Zeit, hatten sich die Petze bereits in ihren Stallungen eingemummelt und die Welt um sich herum vergessen. Jetzt spielen die Racker gern noch ein wenig im Außengehege. „Allerdings müssen wir aufpassen, dass Benno keine Höhle gräbt, weil er dort im Winter ruhen will. Stellen wir das fest, gibt‘s Stubenarrest“, schmunzelt Gabi Mierau.

Jette ist topfit
Die passionierte Bärenpflegerin weiß genau, auf welche Signale sie bei den Tieren achten muss. Das sollen und wollen auch Melanie Tennhardt und Heide Grieser noch lernen. Die beiden sind immer wieder beeindruckt, wie gut Gabriele Mierau die Tiere und ihre Eigenheiten kennt. Sie weiß zum Beispiel auch, dass Benno sich durchaus mal an der Schnauze graulen lässt. „Das machen wir aber nur, um ihn dazu zu bringen, das Maul zu öffnen, damit wir nach seinen Zähnen schauen können“, erklärt die Bärenpflegerin. Denn nach wie vor ist klar, so süß, wie Benno und Bea auch wirken, es sind Raubtiere und somit unberechenbar. „Bei Jette ist das ohnehin klar. Sie lässt sich definitiv nicht anfassen.“ Die Bärin wird im Januar schon stolze 31 Jahre jung. Aktuell ist sie gesundheitlich topfit. Die Pflegerinnen gehen also davon aus, dass sie nach der Winterruhe auch wieder aufwacht. „Ich möchte eigentlich, dass sie wenigstens 33 Jahre wird“, wünscht sich Gabriele Mierau. Sie selbst ist noch vier Jahre und gut zehn Monate für ihre Petze verantwortlich. Danach geht sie in Rente. „Und das ohne mir Sorgen machen zu müssen. Melanie und Heide schaffen das. Da bin ich mir sicher“, schätzt Gabriele Mierau schon heute ein. Die beiden Neuen haben am 1. Juni ihre Arbeit als Bärenpflegerinnen auf Schloss Hartenfels aufgenommen. Nach einer Woche Schnupperkurs, wurden sie erst einmal für gut sechs Wochen in den Leipziger Zoo entsandt, um dort wichtige Grundlagen in Sachen Sicherheit bei der Raubtierhaltung zu erlernen.

Arbeiten im Schichtsystem
Und seit Ende August sind Heide Grieser und Melanie Tennhardt jetzt gemeinsam mit Gabriele Mierau im Bärengraben für das Wohl der Bären zuständig. Die drei arbeiten im Schichtsystem. Die Frühschicht beginnt um 7 Uhr. Zuerst muss das Futter für Benno, Bea und Jette angerichtet und dann das Außengehege gesäubert werden. Sind die Bären dann an der frischen Luft, sind die Stallungen an der Reihe. „In der Spätschicht werden die Bären reingeholt und für die Nacht versorgt“, sagt Gabriele Mierau. Und die Zwischenschicht arbeitet in der Regel im Rosen- und Schlossgarten, sorgt dort ganz bärenunabhängig für Ordnung. Aber auch das gehört dazu.
„Die Arbeit mit den Bären macht wirklich Spaß“, sagt Heide Grieser nach der kurzen Zeit. Und auch Melanie Tennhardt sieht das so. In den Wintermonaten werden sie mit den Tieren selbst weniger zu tun haben, obwohl die auch dann regelmäßig zumindest mit Feuchtigkeit, sprich Wasser oder Tee versorgt werden müssen. Futter gibt‘s keins. Die Speckschicht, die sich die drei Petze in den vergangenen Monaten angefuttert haben, ist dick genug, um die Winterruhe zu überstehen. In der Regel halbiert sich das Gewicht der Bären in dieser Zeit. Sie nicht ruhen zu lassen, steht auf Schloss Hartenfels anders als in manchen Zoos nicht zur Debatte. “Die Winterruhe ist genetisch so eingerichtet. Deshalb sollte man die Tiere auch nicht davon abhalten. Sie ist wichtig für die Gesundheit der Bären“, sagt Heide Grieser klipp und klar. Und deshalb beobachten die Pflegerinnen die Tiere aktuell auch ganz genau. Sobald sich die ersten Nachtfröste einstellen, dann werden die Bären wohl drin bleiben. Jette hat aktuell bereits ihr Nest im Stall. „Die anderen beiden noch nicht, die scharren das nur breit oder schleppen es noch raus“, so Gabriele Mierau.

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