Eine Sonderaudienz für Claudia und Oliver

Torgau/Kreischau (TZ). Der 3. Torgauer Bärenplausch liegt nun schon einen guten Monat zurück, aber der 12-jährige Oliver Blüthgen und seine 22-jährige Schwester Claudia aus Kreischau werden diesen Sonntag, den 28. März 2010, in Erinnerung behalten. Auf dem Torgauer Marktplatz erhielten sie zum zweiten Male eine Spenderurkunde der Torgauer Bärenstiftung aus den Händen des Vorstandsvorsitzenden Benno Kittler überreicht.

Das Geschwisterpaar spendet seit der Errichtung der Bärenstiftung monatlich zehn Euro per Dauerauftrag für die „Förderung des dauerhaften Erhalts und die Weiterentwicklung der Torgauer Bärenhaltung im Bärenfreigehege am Schloss Hartenfels als Beitrag zu Heimat- und Traditionspflege“. So steht es in der Satzung als Stiftungszweck festgeschrieben. Zehn Euro monatlich vom Taschengeld abzuziehen, das ist für den Schüler einer 6. Klasse am Johann-Walter-Gymnasium genauso wie für die Auszubildende bei der Raiffeisenbank Torgau schon ein spürbarer Einschnitt.

Applaus für die Tierfreunde

Auch die Gäste auf dem Torgauer Markt waren beeindruckt und applaudierten. Unter ihnen die beiden Bärenpflegerinnen Gabriele Mierau und Angele Mierau-Fausack. Sie ließen Claudia und Oliver auch nicht so einfach mit ihrer Urkunde von dannen ziehen, sondern setzten noch eins drauf und luden sie ein, zu einem Besuch im Bärenzwingerbei einer Fütterung.
Vor einigen Tagen war die ganze Familie Blüthgen dann vor Ort und staunte erst einmal, wie riesig die Bärinnen Quistel und Jette tatsächlich sind, wenn man nur genügend nah rangehen darf. Nur wenige Zentimeter vom Gitter entfernt konnten die Kreischauer beobachten, wie sich die beiden Bärinnen aufs Futter freuten. Weiß- und Schwarzbrot, Apfelsinen, Äpfel und Chicoree standen auf dem Speisezettel, und als Krönung wenige Walnüsse. Es war schon erstaunlich, zu sehen, wie sauber die Apfelsinenhälften ausgefressen wurden, wie die Stiele der Äpfel übrigblieben und mit welchem Geschick die Nüsse genackt und mit der Zunge ausgepult wurden.

„Knuddel-Teddys“?

Das größte Erlebnis für Claudia und Oliver war es aber, den Bärinnen die langen Chicoree-Blätter einmal selbst vor die Nase halten zu dürfen. Ganz sanft nahmen die Tiere die Blätter mit den Lippen entgegen. Friedlich wie richtige Knuddel-Teddys. Doch Gabriele Mierau und Angela Mierau-Fausack passten genau auf, dass ein gewisser Sicherheitsabstand gewahrt wurde: „Es sind und bleiben Raubtier!“
Claudia und Oliver haben von ihren Eltern viel über die kleinen Bären in Torgau erfahren und können nachvollziehen, dass diese stets eine Attraktion und ein Anziehungspunkt waren. Doch die beiden Tierfreunde, die selbst zu Hause zwei Katzen und ein Meerschweinchen durchfüttern und dazu noch eine Kaninchenzucht betreiben, sind auch sehr einverstanden mit den Plänen der Bärenstiftung, nach der Sanierung des Bärengrabens überwiegend solche Bären aufzunehmen, die in ihrem Leben stets unter widrigen Haltungsbedingungen zu leiden hatten. Und so wird das Geschwisterpaar auch künftig weiter spenden.

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